Genital-OPs in Deutschland

Schönheitschirugen bieten auch Designer-Vaginas an

von Grit Scholz

Die Schönheitsoperationen im Genitalen Bereich bei Frauen haben in den letzten Jahren extrem zugenommen. Genau Zahlen gibt es nicht, aber nach Gesprächen mit einigen Schönheitschirugen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben, wurde deutlich, dass die Anzahl der genital-OPs der Anzahl der Brust-OPs beginnt Konkurenz zu machen.

 

Meine kritschen Fragen an die Mediziner - warum sie überhaupt genitale Schönheits-OPs anbieten, warum sie Schamlippen kürzen, oder ganz entfernen und andere fast unglaublich anmutende Dinge tun, wurden damit beantwortet, dass es die Frauen selber wären, die unbedingt diese Korrekturen wünschen.

Das Ganze nennt sich dann Geniatlästhetik - für mich kaum zu fassen.

 

Hier ein Beispiel von einem Schönheits-Chirurgen aus Leipzig, der ehemals als Gynäkologe tätig war. 

Die LVZ veröffentlichte im Dezember 2009 diesen Artikel, groß und breit, direkt auf einer Frontseite.

LVZ Dezember 2009
LVZ Dezember 2009

Mir stellt sich die Frage, wie es sein kann, daß ein Medium, wie die LVZ - so etwas veröffentlicht und dann noch mit einer so direkten Platzierung und nicht in einer Randspalte als Kuriosität.

Hier zeigt sich, dass scheinbar unsere Kultur und Gesellschaft die freiwillige Beschneidung von Erwachsenen Frauen unterstützen möchte, wobei parallel immer öfter vom "Kampf gegen Beschneidung und Genitalverstümmelung in der s.g. 3. Welt" gesprochen und geschrieben wird.

Wie kann eine Gesellschaft, die selbst weit davon entfernt ist, die Weiblichkeit zu verehren und die gesunde Natürlichkeit der weiblichen Genitalien zu wertschätzen und zu erhalten - anderen Kulturen Vorschriften machen wollen?

In der westlichen Welt wird das weibliche Geschlecht auf seine sexuellen Reize reduziert - diese Reize sind so wesentlich, dass die gesunde Funktion dafür gern geopfert wird. Denn eine Frau mit Narben im genitalen Bereich hat oft sexuelle Empfindungsstörungen, Schmerzen und Probleme bei der natürlichen Geburt. So wie auch ein künstlicher Busen nur wenig taugt, um ein Kind zu stillen.

Daran wird sichtbar, wie weit wir uns von dem entfernt haben - was ursprünglich und lebensspendend und erhaltend ist. Denn die weibliche Schöpferkraft, die Verbundenheit mit den natürlichen körperlichen Prozessen wird dadurch verachtet und verhindert. Wirklich Frau sein, ist dabei nicht mehr möglich.

 

 

Schleichende Verrohung der Männerwelt durch Pornographie -

in der Folge Funktionalisierung heutiger Frauen durch Intimrasur
und GenitalOP für die mechanisierte Sexualität der Männer

 

von Elmar Herter


Am 26. November eröffnet die LVZ einen Artikel über Genitaloperationen bei Frauen mit der Überschrift "Könnte den ganzen Tag nackt vorm Spiegel stehen - Manuela Michael bricht ein Tabuthema und redet offen über ihre Genitaloperation / Körperliches Leiden ist für sie zu Ende". Diese Überschrift weist ganz offen auf die Argumentationslinie des Artikels hin - nämlich sehr hinterfragungswürdige kosmetische Bedürfnisse einer 38-jährigen Frau mit ihren angeblichen körperlichen Leiden zu begründen.

So begann dieser Artikel auch folgerichtig mit dem Versuch die erfolgte GenitalOP (Verkleinerung der Schamlippen) mit gesundheitlichen Gründen ("Ich hatte Schmerzen beim Sport, Fahrradfahren und in engen Jeans. Es rieb, schwoll an und blutete.") zu rechtfertigen. Schon hier kommt bei jedem aufmerksamen Leser die Vermutung auf, dass die irritierte Haut wohl eher in Folge einer modischen Totalrasur rieb und anschwoll und nicht aufgrund großer Schamlippen. Im folgenden Satz des LVZ-Artikels "Ins Schwimmbad, Sauna und FKK habe ich mich kaum getraut" - gerieben hat an diesen Orten, sicherlich nichts - bestätigt sich die anfängliche Vermutung, dass es hier vielmehr um kosmetische als gesundheitliche Beweggründe geht. Wenn selbst "der Gynäkologe nichts gemerkt hat", müssen die großen Schamlippen der Betroffenen richtig gesund ausgesehen und wohl auch richtig gesund gewesen sein. Aber was steckt dahinter, wenn Frau M. (bzw. die Mehrheit der Frauen) heute große gesunde Schamlippen als etwas Krankes ansehen? Ein Mann fühlt sich in der Sauna oder beim FKK umso wohler je größer er seinen Penis empfindet. Männer rühmen sich der Größe ihres Gemächtes und Frauen schämen sich heute krank (wie Frau M.) für ihre großen gesunden Schamlippen.

 

Das Problem sind ganz offensichtlich nicht die großen Schamlippen, sondern das Denken und Fühlen, das große Schamlippen zum Problem macht. Es ist leichter etwas vom Körper abzuschneiden, als sich wirklich mit seinem Denken und Fühlen auseinander zusetzen. Sehr vieles deutet daraufhin, dass auf Frau M. einige psycho-soziale Probleme (u.a. Entfremdung vom eigenen Körper, Kommunikationsunfähigkeit, fehlende Gleichberechtigung/Zärtlichkeit in der mechanisierten Sexualität mit dem Ehepartner) lasten. Keines dieser Probleme wurde durch die OP gelöst. Viel eher zu rechtfertigen wäre wohl in diesem Zusammenhang die Verkleinerung von großen Penissen, weil sie Frauen wirklich körperliche Schmerzen bereiten.

 

Aber warum versucht Frau M. bzw. die LVZ große Schamlippen unbedingt als körperlicher Störung ("Es hat nichts mit Schönheit zu tun, es ist reine Funktionalität.") und nicht als fragwürdige Mode darzustellen? Mit der Betonung des Funktionalen versucht Frau M. davon abzulenken, das es eben nur gerade eine (pornographische/sexistische) Mode ist, unten herum wie ein kleines Mädchen auszusehen. Hier kommt eines der größten Tabus unser Gesellschaft zum Vorschein - der alltägliche suchtartige Konsum von Pornographie im Internet durch die Mehrzahl aller Männer. Erst in Folge des immer mehr grasierenden Pornokonsums verbreitete sich in den letzten 15 Jahren die Porno-Mode der Intimrasur. Anfang der 90er Jahre hatten die Frauen kein Problem mit großen Schamlippen, weil die aufwendige Intimrasur noch keine Mehrheitsmode war. Erst durch die Intimrasur werden die unterschiedliche Ausformungen von Schamlippen augenfällig und können somit zum Problem stilisiert werden.

 

Fast alle Männer in Deutschland - ebenso wie der Ehepartner der Betroffenen - schauen regelmäßig Pornographie im Internet. Dadurch werden Sie massiv auf ein bestimmtes weibliches Genitalbild (rasiert, kleine rosa Schamlippen, ähnlich wie bei einem jungen Mädchen),  auf ein bestimmtes Frauenbild (unterwürfig, benutzbar, ...), ein bestimmtes Männerbild (autoritär, roh, gewalttätig ,...) und auf eine bestimmte Art von funktionaler mechanischer Sexualität (anal, oral,...), geprägt. Der so normierte Ehemann ("für ihn war es ja nur ein Makel wie abstehende Ohren/Höckernase")überträgt diese Prägung in die Sexualität mit seine Ehefrau. Da diese Vorgänge unbewusst bleiben, kann es zwischen den Eheleuten zu keiner Kommunikation darüber kommen. Letztendlich legt der Ehemann nun mehr Wert auf die normierte/modische Gleichartigkeit als auf die Individualität seiner Frau. Dies wird die Ehefrau sicherlich auch in vielerlei Hinsicht im allgemeinen Privatleben wie auch in der Sexualität im Besonderen mit Ihrem Mann zu spüren bekommen. Diese Sexualität wird heute vom alltäglichen Pornokonsum der Männern geprägt. In der Pornographie ist die Frau das in jeglicher Hinsicht rücksichtslos benutzbare Sexualobjekt. Das Selbstbestimmungs- bzw. Gestaltungsbedürfnis von Frauen wird komplett im Porno ausgeblendet. Große Schamlippen stören nur in einer vollkommen mechanisierten Sexualität. Damit kann ein Pornodarsteller, ein Freier oder auch ein Ehemann nichts anfangen. Ihnen geht es nur um die Befriedigung ihrer degenerierten Lust. Ehefrauen werden in diesem Sinne heute vielfach von Ihren Ehemännern ebenso nur benutzt wie Prostituierte. 

 

(Ver)leitet von ihren Ehemännern und Partnern tun heute Frauen alles, um für ihre Männer noch besser benutzbar ("Es hat nichts mit Schönheit zu tun, es ist reine Funktionalität") zu sein. Sie lassen beinahe alles (Schamlippen, G-Punkt, Brüste, Lippen, ...) umoperieren und rasieren sich auch ganz fleißig nur für ihre Männer. Schließlich handhaben es doch auch alle Freundinnen ebenso.  In diesem Sog machen sich diese Frauen schließlich selbst diese allgegenwärtige Porno-Mode zu eigen und meinen ihre Selbstbestimmung bewahren zu können. Aber ebenso wie Ihre Freundinnen entfremden sie sich durch diese Porno-Mode von ihrem Körper und machen sich zum entindividualisierten, fremdbestimmten Sexualobjekt verrohter Männer

 

Mädchen und junge Frauen werden heute wie auch die letzten 30 Jahre hochgradig auf Anpassung und Unterordnung sozialisiert. Sie dienen als Mutter, als Ehefrau, als Freundin, sie dienen in sozialen Berufen, sie sind lieb und nett. Sie haben nie gelernt Ihren Körper als ein großartiges einzigartiges Geschenk (mit großen Schamlippen) anzusehen und mit ihm offensiv und egoistisch ihre Lust zu leben. Mag es glücklicherweise auch zunehmend mehr emanzipierte Frauen geben - doch die große Mehrheit der Frauen sind heute vielfach immer noch nur Objekt für die Lust des Mannes. Zickigkeit und Egoismus ziemt sich nicht für "echte" Frauen. Echte Frauen sind heute angepasst, leidensfähig, flexibel und sehr sehr tolerant. Sie brechen kein Tabuthema (Genitaloperationen). Dass übernehmen für sie  kunstvoll Männer wie Schliegensief, Hartmann, ...  Heutige Frauen wollen den Schein von heiler Familien- und Partnerschaftswelt wahren. Sie reden nicht darüber, was sie wirklich bewegt wie die Pornosucht ihrer Männer, die mechanische und verrohte Sexualität ihrer Männer, deren perversen Gelüste. "Jahrelang hat Frau M. niemanden etwas erzählt - auch nicht der besten Freundin." Frau M. ist ebenso wie die meisten Frauen Opfer Ihrer Sprachlosigkeit. 

 

Die männlichen Macher der LVZ sind möglicherweise auch pornographisch geprägt. Vielleicht haben sie viel lieber liebe benutzbare unterwürfige normierte Mädchen-Frauen (mit der entsprechenden Genitalausbildung) wie Frau M. als starke egoistische unrasierte Frauen. Diese sind in Pornos niemals vertreten. Allen Ernstes wird in der LVZ ausgeführt "Partnerschaften unter jungen Menschen können Scheitern (wegen großer Schamlippen), weil Intimrasuren so in Mode sind". Über ihr Sprachrohr Frau M. wird die GenitalOP als Lösung empfohlen. Aber sollte ein junger Mann, der ein Problem mit großen Schamlippen hat, nicht unbedingt erst einmal zur Psychologin/zum Psychologen gehen, um sich seiner Fehlhaltung und seinem allgemeinen Unfähigkeit - seine Partnerin in ihrer Individualität anzunehmen - klar werden zu können. Viel einfacher ist es für Männer heute, wenn sich ihre Frauen mal schnell operieren lassen. 

"Rund 10% der Frauen sind unzufrieden und haben Probleme mit Ihren äußeren Genitalien" schätzt (wohl nicht ganz uneigennützig) Marwan Nuwayhid der Chef einer kosmetischen Klinik in Leipzig." Sie sind unzufrieden, weil Sie nach Auffassung Ihrer Partner nicht der Norm von Pornos entsprechen. Es ist sicherlich auch kein Zufall, das auf der Homepage von Herrn Nuwayhid an erster Stelle der Pressemitteilungen/TV-sendungen ein Werbefilm mit dem Pornostar Vivian Schmitt zu finden ist. Herr Nuwayhid kann sich  in der LVZ als Wohltäter der Frauen darstellen und so ganz nebenher alle Frauen mit großen Schamlippen (entsprechen in etwa 10% aller Frauen; viele Tausende allein in Leipzig) für krank, unzufrieden und problembeladen erklären. Das ist für ihn viel besser fürs Geschäft, als sich mit den wahren psycho-sozialen Hintergründen dieser Frauen zu befassen.

 

Aber wie kann eine ungefestigte junge Frau mit großen Schamlippen noch ein positives Körpergefühl behalten, wenn Sie solche Klischees in der LVZ liest? Zu Fragen bleibt, ob die Verantwortlichen der LVZ unbewusst oder ganz bewusst  Normierungsdruck  ausüben. Der erste Fall wäre schon schlimm genug aber der zweite wäre äußerst verurteilenswert. Ein gleichberechtigtes, emanzipiertes und emphatisches Beziehungsmodell scheint die LVZ nicht zu vertreten und verbreiten zu wollen.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Malcom (Montag, 23 Juli 2012 00:30)

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