Sex MACHEN ist out...

Langsam spricht es sich herum, dass es einen Unterschied gibt zwischen „gemachtem Sex“ und Sex, der wie von allein geschieht.

Um Sexualität zu genießen, die von der Körperintelligenz in Harmonie mit dem Klang der Seele inszeniert wird, ist es wesentlich – mit dem MACHEN WOLLEN aufzuhören.

Denn solange wir mit dem Kopf bestimmten Bildern und Phantasien folgten, die unsere Lust weckten – die wir dann mit einem anderen Menschen auslebten, benutzten wir nicht nur den Anderen, sondern auch uns selbst auf eine missbräuchliche Weise, oft natürlich im gegenseitigen Einvernehmen.

Das Erleben von Sexualität verändert sich komplett, wenn es gelingt wirkliche Nähe und Verbundenheit zum eigenen Wesen und Körper und zum Partner/Partnerin zuzulassen. Denn nur dann, folgen wir den Impulsen der Seele, die unseren Körper beseelt, lebendig und berührbar macht und damit erst die Möglichkeit öffnet, Sexualität geschehen zu lassen – ohne sie zu MACHEN.

Wer kennt es nicht, dass der Lingam (Penis) mit Unterstützung der Hand in die Yoni (Vulva) eingeführt wurde? Solange das notwenig erschien, waren beide Körper und beide Seelen nicht bereit für echte Verbindung, denn dieses EinGreifen, war MACHEN und wäre nicht notwendig gewesen, wenn ALLES gestimmt hätte. Denn dann hätte der Lingam seinen Weg genau im rechten Moment ohne Hilfe von Hand oder Kopf in die Yoni gefunden und beide hätten in diesem Moment die Verzückung gespürt, darüber, dass sie miterleben dürfen, wie die Körper zueinander und ineinander finden.

Foto: Grit Scholz (LebensGut-Verlag)
Foto: Grit Scholz (LebensGut-Verlag)

Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, wie er/sie seine Sexualität lebt – doch den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, was für Möglichkeiten es gibt und dass sie eine Wahl haben,

sie wählen lediglich zwischen Stellungen und Hilfsmitteln, wenn überhaupt.

 

Leider war bisher befreiende, beglückende und beseelte Sexualität eher die Ausnahme in unserer Gesellschaft, was auch der Film „Make love“ ganz gut aufzeigte.

 

Der Verlauf unserer jüngsten Menschheitsgeschichte, hatte die meisten Menschen von uns dazu gebracht, das Natürliche und Selbstverständliche an Sex völlig zu vergessen. Stattdessen ließen wir zu, dass man uns „fütterte“ mit Schuld und Scham, die Sünde hing wie ein Damoklesschwert über unserem Seelenheil und die Angst regierte oft unsere körperlichen Bedürfnisse. Lügen, Intrigen, Macht, Missbrauch, Geheimnisse, Abhängigkeiten, Unterdrückung, Schande und nicht selten Eifersucht, Rache und Tod bestimmten den „Geschmack“ der mit Sexualität verbunden gewesen war.

Die große sexuelle Befreiung, die in Deutschland in den 60ziger Jahren begann, wollte Gleichberechtigung, sexuelle Aufklärung, Orgasmen, Spass, freie PartnerInnenwahl, Gruppensex...

In meiner Wahrnehmung war das der Beginn, das Glück mit der Sexualität in die eigene Hand zu nehmen, sich von den Tabus zu befreien und auszuprobieren was auch immer möglich war.

Im Laufe der Jahre ließen wir auch wirklich keine Experimente aus, was sich an den unzähligen Sextechniken, -spielen und -spielzeugen zeigte.

Doch wenn wir schauen, wohin uns das gebracht hatte, stellen wir fest, dass wir uns weit, weit davon entfernt hatten, von dem, wonach wir uns alle am meisten sehnen, davon, was uns lebendig und fröhlich macht, frei und stark, verbunden, liebevoll und dankbar.

 

Jetzt, in dieser aufregenden Zeit, wo sich alles zu verändern scheint, einschließlich (oder vielleicht sogar einzig ;-)) unser Bewusstsein – greift große Verwirrung um sich und viele Lügen und Geheimnisse der Menschheit kommen ans Tageslicht. Es fühlt sich so an, als funktioniert für immer mehr Menschen die herkömmlich gewohnte Art und Weise der Sexualität plötzlich nicht mehr.

Zeit, für den Aufbruch in ein neues Zeitalter – auch was den Umgang mit der Sexualität betrifft!

Unterstützend für alle, die auf dem Weg sind - vielleicht auch dieser Film:

"Slow Sex" damit gewann Diana Richardson den Publikumspreis Nr.1 beim Cosmic Cine Filmfestival!

Langsam ist das neue Schnell: Wie macht Sex uns wirklich glücklich?

 

Grit Scholz (Autorin/Fotografin von „Das Tor ins Leben“)

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