Der Informationswahnsinn - wie gehe ich sinnvoll damit um?

Als Aufhänger hier mal der Volksentscheid der Schweitzer gegen Zuwanderung

Ich möchte hier nicht auf Details eingehen, die den Volksentscheid betreffen, denn darüber gibt es zahlreiche Meldungen - die sehr verschieden daher kommen, je nachdem, von welchem Standpunkt aus berichtet wird und welche Reaktionen hervorgerufen werden sollen.

Was ich hier zum Ausdruck bringen will, sind meine ganz eigenen subjektiven Gefühle und Gedanken, weil mich das sehr berührt und bewegt hat, was dieser Volksentscheid ausgelöst hatte.

Das Erste, was mich faszinierte war, dass sämtliche Regierungsvertreter ihr Amt nieder legten, nachdem klar war, dass sich eine knappe Mehrheit beim Volksentscheid gegen die Zuwanderung ausgesprochen hatte. Die Politiker erkannten, dass das Volk nicht dahin wollte, wohin sie es führen wollten – weshalb sie die Führung lieber denen überlassen wollten, die mit der Mehrheit des Volkes in Übereinstimmung stehen würden. Das soll wohl zeigen, die Politiker der Schweiz, machen nicht einfach was das Volk will – sie haben auch eigene Maßstäbe, die sie nicht verlassen wollen, lieber überlassen sie die Führung anderen. Oder lag es daran, dass sie von der EU unter Druck gesetzt wurden und deshalb nicht dem Volkswillen entsprechend das Regierungsschiff auf neuen Kurs bringen können?

Wie auch immer – der Volkswille wurde ernst genommen. Was machen aber die über 45% der Schweizer, die nichts gegen die Zuwanderung haben? Ist das Demokratie?

Die zahlreichen und sehr unterschiedlichen Reaktionen die dieses Szenario ausgelöst hatte,

sorgen auf jeden Fall wieder mal für Verwirrung und eine Kette von Reaktionen auf Reaktionen.

 

Worum geht es hier wirklich?

Mein Gefühl ist, es geht darum, dass durch dieses Beispiel für alle sichtbar wird, dass

auch ein Land wie die Schweiz – nicht einfach sagen kann – „Wir wollen keine Zuwanderung mehr.“ Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht – als wäre da Demokratie im Spiel und wie toll, die haben Volksentscheide und wir haben das nicht... Vielleicht ist die Konsequenz die Schweiz aufzuteilen und es wird Zonen geben, ohne Zuwanderung und Zonen wo es weiterhin erlaubt wird...

 

Aber worum geht es wirklich?

Das Thema „Zuwanderung“ betrifft nicht nur die Schweiz – sondern die gesamte Weltgemeinschaft, besonders die EU und besonders auch Deutschland. Die EU ist dabei, sämtliche Grenzen innerhalb Europas abzuschaffen – mit dem Ergebnis der immer größeren Vermischung von Menschen, Kulturen und Wirtschaft.

Daran lässt sich viel positives finden – mehr Möglichkeiten, weniger Bürokratie, mehr Austausch, mehr Verbindung – hineinwachsen in ein Gefühl einer solidarischen Weltgemeinschaft... Schluss mit Abgrenzung und Ausgrenzung. Zumindest erinnere ich solche Aussagen von EU-Befürwortern und den Menschen, die sich Weltfrieden und eine große Menschheitsfamilie wünschten.

 

Doch, worum geht es wirklich?

Was passiert mit uns Menschen, mit unseren Kulturen, unseren Wurzeln unserem Zugehörigkeitsbedürfnis? Manchen Menschen macht es Angst, wenn das verschwindet, andere wandern ganz bewusst aus und fühlen sich frei, an anderer Stelle unseres Planeten neue Wurzeln zu schlagen. Ich selber gehöre auch eher zu den Menschen, denen das mit den Wurzeln und der Abgrenzung und Zugehörigkeit weniger wichtig ist – vielleicht, weil ich mich sowieso noch nie wirklich irgendwo zugehörig fühlte – außer in Teilaspekten.

Ich erkenne aber, dass die wachsende Durchmischung und die Öffnung der Grenzen viele Deutsche als bedrohlich empfinden – so nach dem Motto – das ist mein Land und ich bin nicht bereit, das mit irgendwelchen anderen Menschen zu teilen, die hier nicht hin gehören, denn das was hier an Werten geschaffen wurde, steht mir zu, als Deutscher und davon mag ich nichts abgeben.

Diese Haltung erinnert mich an meine Kinderzeit – da gab es Kinder, die andere Kinder vom Nachbarblock von unserer Wiese verjagten, mit der Begründung, sie würde hier nicht wohnen, also dürften sie nicht auf dieser Wiese spielen.

In Kindertagen, war es auch noch etwas ganz besonderes und aufregendes, in ein anderes Land zu fahren, auch wenn das nur Nachbarländer wie Polen oder die CSSR waren. Andere Währung, andere Sprache, andere Gerüche, anderes Essen, andere Produkte, andere Regeln, andere Kultur... Ich war Gast in einem anderen Land und staunte, entdeckte, knüpfte Kontakte. Heute ist kaum noch etwas davon übrig. Fast überall gibt es den Euro, Aldi, MCDonalds, oft gleiche Produkte, die Grenzen bemerke ich kaum noch als solche.

 

Die Menschen aus ärmeren Ländern strömen nach Deutschland und arbeiten hier für wenig Geld. Die Firmen stellen immer mehr Zuwanderer ein, statt Deutsche, weil die nicht so anspruchsvoll sind. Das macht den Leuten Angst – fiel mir auf. Mir selber nicht, mir hatte bisher noch kein Zuwanderer meine Arbeit weggenommen und ich kann mir nicht recht vorstellen, dass so etwas passieren könnte – aber das liegt an meiner Art zu arbeiten.

Wenn ich mit Leuten redete, dann spürte ich immer wieder, dass nicht Wenige Vorstellungen hatten, dass sie als Deutsche irgendwann die Minderheit sein würden und immer weniger Rechte haben würden und alle Ansprüche verlieren würden – wenn es nicht bald aufhören würde, mit der Zuwanderung.

 

Die Hoffnung, dass die EU für alle Vorteile bringt, ist bei den meisten erloschen, sie erkennen immer mehr, dass sie das, was sich da abzeichnet – nie gewollt hatten. Es macht ihnen Angst.

Mir persönlich macht es auch Sorge zu sehen, dass wir immer mehr verwaltet werden – ohne die Möglichkeit der Selbstbestimmung, weder persönlich, noch regional.

Mein Gefühl ist, dass sich ein Europa ohne Grenzen mit allgemeingültigen EU-Gesetzen

leichter kontrollieren lässt. Weder Länder, noch Regionen, noch einzelne Menschen haben noch genügend Einfluss, oder die Möglichkeit wirklich Einfluss zu nehmen.

Da macht sich ein Gefühl breit, von verraten und verkauft worden zu sein...

So wie damals – bei der großartigen Wiedervereinigung. Was war das für eine Freude, ein Traum wurde war, die Massen waren wie gelähmt – weil es für die meisten ganz überraschend kam und sie glaubten was sie hörten – sie dachten, jetzt würde alles gut.

Was wirklich passierte, merkte auch ich erst, als es schon längst zu spät war. Das es eine Übernahme war – bei der die eine Seite zahlte und die andere Seite sich ein System überstülpen lassen musste, mit allen Konsequenzen, was die meisten niemals freiwillig gewählt hätten, worauf die meisten nicht vorbereitet waren. Den Wenigsten gelang es sich darin erfolgreich zu bewegen, weil es grundsätzlich anders funktionierte als das, was die meisten Menschen in der DDR gelernt hatten.

Nun, ich schweife ab.

 

Worum geht es heute wirklich?

Mein Gefühl ist, es werden bestimmte Werte – die fast jeder Mensch sich wünscht, von den Machthabenden (dazu gibt es vielfältige Sichtweisen, wer genau das sein soll) als Köder benutzt – diese Köder werden gut sichtbar und appetitlich am Angelhaken angebracht –

durch die Kontrolle der Medien wird es sogar möglich, dass sogar jeder Blinde und Taube

diese Köder sieht und davon nur gutes hört... und schon bewegt sich die ganze Masse in die gewünschte Richtung.

In den letzten Jahren hatte das immer wieder so funktioniert, an die Beispiele dafür, mag sich jeder selber erinnern. Die Erkenntnis – dass ich einem Pfad gefolgt bin, der mich wohin führte, wo ich nie hin wollte und nie freiwillig hin gegangen wäre – traf mich meist erst, als alles schon vorbei war. Und jedes mal stellte ich fest, dass es nur Wenige waren, die überhaupt bemerkten, dass sie in die Irre geführt wurden.

Woran mag das liegen?

Ich sehnte und sehne mich danach zu vertrauen und zu glauben, was man mir sagt. Ich war oft naiv, war wie ein Kind. Aber sollten wir nicht alle werden wie die Kinder? Oder wie die Schafe?

In den letzten 25 Jahren, wurde ich mehrfach vom Leben belehrt, dass es wesentlich ist, selber zu denken und zu fühlen, weil ich mich ansonsten treu doof ausliefere (ob Ärzten, Medien, Politikern, Lehrern, Konzepten, Methoden oder sonstigen „Weisheiten“ spielt dabei keine Rolle), sogar mit verantwortlich bin – ohne auch nur einen blassen Schimmer gehabt zu haben, was ich eigentlich tat, oder was ich vergaß oder versäumte zu tun.

 

Wir leben im Informationszeitalter – werden überschüttet mit Informationen und ab und zu jage ich sogar hinter ihnen her.

Ob die Informationen der Wahrheit entsprechen, ob es DIE Wahrheit überhaupt gibt, ob es evt. nur Reaktionen auf andere Informationen waren, oder gezielte Lügen, um zu manipulieren und bestimmte Reaktionen hervorzurufen – weiß heute kaum noch jemand. Oder?

Ich gebe zu, dass ich das nicht klar erkennen kann in jedem Moment auch wenn ich mir das manches mal einbilden mag.

Eben glaubte ich noch etwas, was da so toll daher kam und in mir freudige Resonanz erzeugte und wenige Stunden später werde ich schon informiert, dass dies eine Lüge war und jemand deckt auf, was angeblich dahinter steckte. Noch immer weiß ich nicht, ob die Information selbst eine Lüge war, oder ob die, die meinen, dass es eine Lüge war Recht haben. Ich kann mir anschauen, wer in diesem Spiel evt. welche Interessen hat – aber auch diese Art zu denken, führt nicht immer zu Klarheit und zu Wissen erst recht nicht.

 

Inzwischen bin ich an einem Punkt, an dem ich nichts mehr glaube, aber auch nichts, wirklich nichts für unmöglich halte. Aber ich bin mir bewusst, dass ich nichts weiß.

Das meiste, was ich zu wissen glaube, weiß ich nicht wirklich – aber ich bin mir bewusst, sobald ich es glaube, wirkt sich genau das, in mir und meinem Leben aus und ich trage diese Informationen in mein Umfeld – mache mich also mitverantwortlich – für etwas, was ich eigentlich gar nicht weiß und wissen kann...

Doch ich gebe zu, es geschieht – immer wieder und ab und zu empfinde ich das als gruselig und möchte am liebsten nichts mehr Wissen – was ich sowieso nicht weiß.

Und möchte auch nichts mehr sagen, über Sachen, die ich nicht weiß und wissen kann.

Kennt das jemand?

 

Worum ging es eigentlich?

Um die Schweiz, die EU, die Zuwanderung, die Kontrolle, die fehlende Selbstbestimmung,

das Ausgeliefert sein, um die globalen Veränderungen die passieren, oft ohne dass ich mir dessen bewusst bin – weil es mir meist erst hinterher klar wird, wenn es schon geschehen ist...

Um die vielen Petitionen, für so viele wichtige Dinge – von denen man später nie wieder etwas hört, oder dessen Plattformbetreiber sich als Datensammler oder sonst etwas nie Geahntes herausstellen.

 

Weiß irgendjemand, worum es eigentlich in der Welt von heute geht?

Worum geht es dir?

Worum geht es mir?

Mir geht es darum, aufzuhören auf all das, was ich gar nicht weiß und wissen kann zu reagieren, in einer Form, als würde ich das glauben und ernst nehmen...

Aber wie könnte ich das, wenn ich es doch nicht wirklich weiß. Wenn ich mich umschaue, sehe ich aber genau das, ich sehe, wie die Energie der Leute vollständig im Reagieren verbraucht wird und wie die meisten ganz genau zu wissen glauben und sich sogar noch Streiten, wer jetzt Recht hat.

Der Wahnsinn von Heute lebt hauptsächlich von den vielen, vielen Reaktionen der Menschen auf Informationen, die sie nie hinterfragt haben, deren Richtigkeit sie unbewusst voraussetzen – diese Reaktionen erzeugen wiederum Reaktionen und so fort...

 

Ich möchte es ausprobieren, was geschieht, wenn ich einfach ganz bei mir selbst bleibe,

in meinem Feld, da wo ich sehe und fühle, was wahr ist – für mich. Da wo ich wirklich handeln kann, etwas tun, etwas gestalten im direkten Kontakt, mit Familie, Freunden, Kunden, Nachbarn, Fremden.

 

Die Energie, die Zeit, die ich täglich investierte, um Informationen zu verarbeiten, von denen ich keine Ahnung hatte ob sie der Wahrheit entsprachen und wenn ja – welcher - möchte ich für wirkliches Leben und schöpferisches Tun einsetzen.

Obwohl ich seit 20 Jahren keinen Fernseher habe und keine Zeitungen lese – hatte mich der Informationswahnsinn über das Internet oft in seinen Bann gezogen, mich gelähmt, mich erschüttert, mich beschäftigt, mich abgelenkt – ohne das ich das Gefühl hatte, etwas daran ändern zu können, diese Informationen sinnvoll zu nutzen.

Im Gegenteil, ich reagierte viel auf Dinge, die mich berührten, diskutierte, argumentierte und organisierte – auf Grund der Tatsache, dass ich bestimmte Dinge glaubte, von denen ich bis heute nicht weiß, ob sie der Wahrheit entsprechen.

 

Facebook ist eines von den Instrumenten, auf denen das Informationschaos tobt – und doch liegt es nicht an Facebook, sondern es liegt an uns Menschen, wie wir diese Plattform nutzen. Die Wenigsten nutzen die Plattform, um selber zu denken und kreatives, schöpferisches zu teilen – die Meisten teilen, kommentieren und liken, ohne wissen zu können, was hinter so machen Informationen wirklich steckt – sie reagieren, weil sie die Infos ernst nehmen, ihnen Glauben schenken. Und die, die agieren, agieren meist auch nicht auf der Basis wirklichen eignen Wissens, sondern auf der Basis von Konzepten an die sie glauben, die deshalb nicht wahr sein müssen – sie wollen Recht haben, oder andere aufrufen, auffordern, aufklären – doch sind sie lediglich überzeugt – wirklich wissen, was sie sagen und schreiben, tun nur Wenige. Diese Erkenntnis hatte mich sehr erschreckt – vor allem, weil ich mich selber da nicht ausschließen konnte.

 

Dieser Blogbeitrag ist auch wieder Information, die ich in den großen Topf werfe und mich fragen sollte – wozu – was tue ich da und warum?

Die Antwort darauf ist nicht leicht. Es ist mir ein Bedürfnis, ich tue es vor allem für mich selbst, weil ich beim Schreiben innere Klarheit finde und mir das gut tut. Warum ich das öffentlich mitteilen will? Weil ich glaube, dass es sinnvoll sein könnte... Ich möchte weder recht haben, noch etwas verallgemeinern, ich weiß, dass es nichts anderes ist, als meine ganz individuelle, subjektive Wahrnehmung bestimmter Zusammenhänge. Ja, mehr ist es nicht.

 

Die Verantwortung dafür, wer welche Informationen auf nimmt und was die Leute dann damit machen, liegt bei jedem selbst.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0