Albtraum Technik

Versklavung durch die Technik!

Leben ohne Computer, Internet und Handy – bedeutet heute Isolation auf allen Ebenen, praktisch macht man sich damit gesellschaftsunfähig

Nein, ich bin keine Technikgegnerin – auch wenn das die Projektion sein mag, die ich durch meine Ansichten in anderen Menschen auslösen könnte.

 

Es gibt heute schon viele Stimmen – die sich zum Thema: „Leben ohne Internet“,

oder ähnliches äußern. Der Fokus liegt dabei meist auf dem Thema „Abhängigkeit und Sucht“ und Leute suchen nach Lösungen, wie sie ihr Nutzungsverhalten des Internets (als Droge) wieder in einen Zustand bringen, der ihnen auch noch ein Leben jenseits des rein Virtuellen erlaubt.

Das Bewegen im Internet ist für viele Menschen zur Sucht, zur Droge geworden – das ist nicht gerade erfreulich – aber es ist ein ganz persönliches Problem, weil es scheinbar viele Menschen gibt, die ein Suchtpotential haben, doch es gibt auch Menschen, die nutzen das Internet – ohne danach süchtig zu werden., sie denken dabei nach, entscheiden wann und für was sie es benutzen und erfreuen sich der Möglichkeiten, die diese Technik bietet.

Das Internet selbst ist also nicht das Problem, auch die Technik, die sich da drum herum entwickelt hat, ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass es nur Wenige gibt, die diese ganze Technik kontrollieren und durch diese Kontrolle extreme Macht ausüben – nicht nur um Geld zu verdienen, sondern um am Ende die Kontrolle über alle Bereiche des menschlichen Lebens zu haben.

 

Ein kleines Beispiel, mein Webseitenanbieter „Jimdo“ – bei dem ich sämtliche Webseiten habe, eigene und auch welche von Kunden – unterstützt seit kurzem meinen Browser „Safari“ nicht mehr. Kein Problem, dachte ich, dann mache ich ein Update. Das Update läuft aber nicht auf meinem Betriebssystem „Mac Leopard“ – dazu bräuchte ich das neuere „Mac Lion“. Gut, dieses Betriebssystem müsste ich kaufen, das kann man nicht updaten. Gut, aber es gibt jetzt schon wieder 3 neuere Versionen – die Neuste ist „Mac Mavericks“. Bis ich das alles herausgefunden hatte, waren sicher drei Stunden vergangen.

Also wenn ich schon etwas neues kaufen muss – dann doch lieber gleich das Neuste und nicht etwas, was auch schon wieder veraltet ist. Aber – was ist eigentlich „Mac Mavericks“? Erst mal informieren, dabei ging wieder viel Zeit drauf, ich blickte nicht durch... Aber ich erkanntee ohne jeden Zweifel, dass ich direkt von meinem System auf das ganz Neue updaten konnte und zwar kostenlos. Häh? Wieso das denn? Für die veraltete Version müsste ich zahlen und das Neuste bekomme ich kostenlos – da muss doch ein Haken dran sein. Scheinbar hat jemand großes Interesse, dass alle so schnell wie möglich dieses „Mavericks“ benutzen. Ich war skeptisch, befürchtete, dass mein Mac nicht mehr der sein würde, den ich bisher kannte und evt. Dinge tut, die ich gar nicht möchte... Todesmutig lud ich „Mavericks“ aus dem Netz.

Mein Internet ist nicht schnell, deshalb dauerte das fast 5 Stunden, dann kam die Meldung, dass folgende Programme nach der Installation nicht mehr funktionieren werden... dabei wurden viele der wichtigsten Programme unter anderem auch Word, Exel und Mail aufgezählt. Auch mein Farblaserdrucker, der ziemlich neu ist – würde nicht mehr funktionieren. Entsetzt brach ich den Installationsvorgang ab.

Wieder googelte ich – wie das denn sein konnte... und ich fand Beiträge von anderen Nutzern, was nach der Installation alles nicht mehr funktionierte und bekam das große Grausen.

 

Das war mal wieder eine Erfahrung im Internet, die mir zeigte, wie das ist, mit der Technik. Das eine funktioniert nicht mehr, das andere noch nicht und ich bin abhängig davon, denn meine Websiten möchte ich weiterhin bearbeiten können. Gut, ich werde auf Firefox zurück greifen – das müsste auch mit meinem alten Betriebssystem funktionieren. Fragt sich nur wie lange?

Dieser kleine sonntägliche Ausflug in die Wunderwelt von heute, brachte mir das Gruseln bei. Denn es machte mir zum wiederholten male bewusst, wie abhängig ich bin, nicht weil ich süchtig nach Internet bin, sondern – was meine Tätigkeit als Verlegerin und Grafik-Designerin an geht - ich bin hauptsächlich mit meiner Arbeit auf das Internet angewiesen. (merkte gleich, dass dies auch nur eine Illussion war)

Früher war es so, dass man durchaus auch mit etwas veralteten Geräten und Software noch ganz gut arbeiten konnte – heute sieht das ganz anders aus. Heute wird dafür gesorgt, dass dies unmöglich wird.

 

Ich stellte fest, dass ich so ein Leben nicht möchte – weil es nichts mehr mit dem zu tun hat,

was ich als lebenswertes Leben empfinde.

Vielleicht reicht es, wann ich den Beruf wechsle – mir eine Tätigkeit jenseits von Computer und Internet suche... Doch bevor ich das zu Ende gedacht hatte, fiel mir schon auf, wie sinnlos das wäre... Denn es geht nicht nur um meinen Beruf – es geht um mein gesamtes Leben – in allem Bereichen!!! Und nicht nur um meines – sondern um das Leben aller Menschen auf dieser Erde!

 

Wir sind dabei, immer mehr fern gesteuert zu werden. Für echtes Leben gibt es immer weniger Raum. Es wird vorausgesetzt, dass jeder Mensch jederzeit erreichbar ist – aber es kommt kaum noch vor, dass man einfach so bei jemandem vorbei schaut, mal klingelt, mal schwatzt, mal mit anfasst, mal sein leckeres selbst gekochtes Essen teilt.

 

Das alles ist auch nicht erwünscht.

Wir sollen virtuelle Freundschaften haben und uns Bilder von unserem Essen zusenden und von dem Lokal in dem wir sind. Oder noch besser, wir senden einfach nur schöne Bilder weiter, die mit uns und unserem Erleben nichts zu tun haben – aber die Bilder drücken Sehnsucht aus, zeigen, was uns gefällt. Wie toll ist das denn!

 

Und – wie steige ich aus diesem ganzen Wahnsinn aus?

Ich verzichte auf Facebook und Co, kein Problem, ich verzichte auf  Smartphone und Apps und WhatsApp und iTunes – alles kein Problem.

Aber inzwischen gibt es immer mehr ganz alltägliches, was zur Anstrengung wird, weil es nicht mehr vorgesehen ist, diese Dinge direkt zu machen – sondern es wird erwartet, verlangt, dass Mensch das übers Internet regelt, mit seinem Phone.

Fahrkartenschalter, Bankfilialen, Post/Versand, das alles und noch viel mehr war gestern...

Die alten Leute, die sich nie an die Technik gewöhnt haben sind fast vollständig ausgestorben, es gibt also keinen Grund mehr echtes Leben aufrecht zu erhalten.

 

Das was mich so nervös macht ist, dass es so aussieht, als hätte ich keine Wahl.

Ich lasse mich aber nicht gerne zu etwas zwingen, was ich nicht möchte.

Und da kommt die Ohnmacht...

 

Bisher bin ich irgendwie so mitgeschlittert, wollte nie ein Handy, hab inzwischen aber auch eins, weil mein Onlinebanking sonst nicht mehr möglich wäre – was ich aber brauche, weil es bei uns auf dem Dorf nirgendwo mehr eine Bankfiliale gibt.

Das Internet hat mir meine selbständige Arbeit sehr erleichtert – wodurch ich wohl etwas eingelullt wurde – ist doch alles ganz toll!

 

Bleibt nur zu hoffen, dass die, die die Kontrolle über die Technik und uns Menschen haben, irgendwann welche sein werden, die wirklich eine bessere Welt möchten und Werte haben, die das Leben lebenswert, liebevoll und naturverbunden gestalten.

Denn das Erschreckende ist nicht die Technik – sondern die Macht, die dahinter steckt und zu welchen Zwecken sie benutzt wird.

 

Ich bin für Machtwechsel!

Es geht nicht mehr darum, ob man sich der Technik bedient – denn dazu sind wir heute alle gezwungen, es geht darum – die Technik zum Wohle der Menschen einzusetzen und davon waren wir bis heute weit entfernt.

Auf dass sich das ändert!

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