Die Rückkehr des weiblichen Prinzips

 

Vorwort
von Grit Scholz

 

Weltschmerz – wer kennt ihn nicht? Dieses diffuse Gefühl, was sich an nichts Konkretem festmachen lässt, sondern sich wie ein grauer Schleier über ALLES WAS IST zu ziehen scheint.

 

Schon als Jugendliche versuchte ich, diesem Phänomen auf die Spur zu kommen, es zu differenzieren, zu erklären. Je mehr ich mich damit befasste, um so unerträglicher wurde es mir zumute – so, als breitete sich buchstäblich das gesamte Elend der Menschheit vor mir aus – von Anbeginn der Zeit bis heute. Und im Hinterkopf immer die drängende Frage „Warum?“. Wie ist es möglich, dass sich so viel Schmerz, Angst, Gewalt und scheinbare Sinnlosigkeit in tausenden Jahren der Menschheitsgeschichte immer wieder wiederholen? Sicherlich hat sich vieles verändert – und doch ist es heute nicht besser – nur anders wahnsinnig – was wir mit uns Menschen selbst und unserer Lebensgrundlage, unserem Planeten Erde tun.

 

Heute vermute ich, das die Ursache unserer gesellschaftlichen Schwierigkeiten und damit auch unserer wirtschaftlichen und politischen Probleme, ein fehlendes Gleichgewicht ist. Das Gleichgewicht

zwischen den dualen Prinzipien, die allem zugrunde liegen und die ich hier als Männliches und Weibliches Prinzip bezeichnen will. In der chinesischen Philosophie wird von Ying und Yang gesprochen.

 

Zitat aus Wikipedia:

Die beiden Begriffe stehen für gegensätzliche Prinzipien: mit Yang verbindet sich ursprünglich die Vorstellung des Besonnten und daher Warmen und Hellen, mit Yin der Gedanke an Schattiges und daher Kühles und Dunkles. Der Übergang zwischen Yin und Yang ist fließend. Von dieser Grundbedeutung ausgehend wies man auch einer Fülle weiterer Gegensatzpaare einen Yin- und einen Yang-Pol zu. Insbesondere wurde das Männliche als Yang, das Weibliche als Yin betrachtet.

 

An dieser Stelle möchte ich etwas weiter ausholen. Wir leben in einer Welt der Dualität. Das heißt, es gibt zu ALLEM WAS IST auch ein Gegenteil – und dadurch definieren wir unser Sein. Die Gegensatzpaare stehen in einem Verhältnis zueinander und dieses Verhältnis sorgt für die Art der Bewegung des Lebens selbst, unserer Gefühle und der gesamten Materie. Wir reden oft von einem gesunden Gleichgewicht – doch was meinen wir damit? Das fängt schon bei der Ernährung an und zieht sich durch alle Lebensbereiche. An den Stellen, wo das Gleichgewicht gestört ist, entstehen Konflikte, die sich oft auch körperlich bemerkbar machen, was dann als Krankheit bezeichnet wird.

 

Unsere gesamte Welt befindet sich seit tausenden Jahren in einem pathologischen Zustand, sie ist krank, weil sich so vieles im Ungleichgewicht befindet, beispielsweise in Umwelt, Wirtschaft, Politik und Kultur. Vielleicht ist das Sinn und Plan der Evolution, weil wir nur dadurch Erfahrungen machen, die uns zu Erkenntnissen bringen, die wir sonst nicht fühlen könnten. Aber darüber möchte ich an dieser Stelle nicht philosophieren. Fakt ist für mich, dass dieser Weltschmerz ein Ergebnis von einer immer bedrohlicher werdenden Alleinherrschaft des Männlichen Prinzips ist. Damit ist nicht die Herrschaft der Männer über die Frauen gemeint – sondern die Macht des geradlinigen, zielorientierten, konzeptionellen Denkens, welches nicht verbunden ist mit dem Leben selbst. Denn diese Verbundenheit mit ALLEM WAS IST kann nur durch ein perfektes Zusammenspiel (Gleichgewicht) männlicher und weiblicher Energien und Aspekte erreicht werden. Im Verlauf von

tausenden Jahren wurde das Meiste, was dem Weiblichen Prinzip entspricht, unterdrückt, verschmäht, ignoriert und am Ende zum großen Teil auch von den Frauen selbst verleugnet und vergessen.

 

Einzig die Ausrichtung des männlichen Prinzips, mit seinen Attributen schneller, höher, weiter, war erstrebensWERT, daher haben sich auch viele Frauen entgegen ihrer Natur orientiert, um Anerkennung und Unabhängigkeit zu erlangen.

 

Dies konnte aber nur geschehen, weil diese Zusammenhänge bisher den meisten Menschen nicht bewusst waren – doch genau das verändert sich gerade! Überall auf der Welt erkennen mehr und mehr Menschen diese grundlegende Ursache für den traurigen Zustand der Weltgemeinschaft, allen voran die westlichen Zivilisationen – in denen das Ungleichgewicht am deutlichsten sichtbar und spürbar ist. Der Wirtschaftswahnsinn treibt ganze Nationen in den Ruin und hat seine tödlichen Spuren überall auf dem Globus hinterlassen.

 

Nun geht es darum, dieses Erkennen, diese Einsicht zu nutzen, das Weibliche Prinzip wieder zu beleben, es zu stärken, es anzuwenden und eine neue Ausrichtung zu finden, die dem Leben dient, die verbunden ist mit ALLEM WAS IST, die integriert und zurück zum Herzen führt, hin zur Liebe.

 

Wir können das Licht nicht vom Schatten trennen.

 

Als ich 2007 den LebensGut-Verlag gegründet habe, um mein Buch „Das Tor ins Leben“ (Bildband über die Schönheit und Einzigartigkeit der weiblichen Genitalien) einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich

zu machen, war mein Anliegen, an der Wurzel des Übels zu beginnen.

 

Solange Frauen sich mit dem Körperteil, welches maßgeblich ihre Weiblichkeit ausmacht, nicht auskennen und sich nicht wohlfühlen, ist eine Rückkehr zur weiblichen Kraft und zum weiblichen

Prinzip meiner Meinung nach nicht möglich. Solange Männer nicht respektvoll die Weiblichkeit ehren, in jeder Frau und in sich selbst – kann es kein Gleichgewicht, keine Liebe und keinen Frieden geben.

 

Im Juni 2009 schickte mir Inaqiawa ihr Manuskript „Die Rückkehr des Weiblichen Prinzips – die stille Sehnsucht der Menschheit“ und es war das erste Manuskript unter vielen, die mir zugesendet

werden, von dem ich begeistert war. Ich hatte selbst schon einige Ansätze gemacht, über dieses Thema zu schreiben, weil es mir sehr am Herzen liegt, doch war ich weit davon entfernt, eine geeignete Form zu finden, in der ich dieses Thema entfalten konnte. Es war für mich eine große Freude, zu erleben, dass sich diese Gedanken und Gefühle auch in anderen Menschen manifestieren

und dass Inaqiawa eine so wunderbare Geschichte in Form eines Zukunftsromanes geschrieben hat, die genau das ausdrückt, was mir schon seit Jahren durch Herz und Hirn weht.

 

Seitdem ich an der Veröffentlichung des Buches arbeite, begegnet mir das Thema überall, ich kann spüren, wie diese Bewusstwerdung sich ausbreitet und sehe es weltweit. Viele Initiativen und Bewegungen nennen es zwar nicht „Weibliches Prinzip“ – sondern treten einfach für bestimmte Werte ein – die eine generelle neue Ausrichtung der Menschheitsentwicklung erfordern. Doch das, was als die NEUEN Werte beschrieben wird, sind genau die Aspekte, die wir dem Weiblichen Prinzip zuordnen. Verantwortungsvolles, achtsames und mitfühlendes Handeln in Bezug auf uns selbst, andere Menschen und unsere Umwelt, allgemeine Entschleunigung, die Stimme des Herzens fühlen und als Wegweiser anerkennen, unser Denken und Fühlen bewusst verbinden, und das, was wir tun, mit Liebe tun. Es werden weltweit viele Wege gezeigt, sich wieder tiefer mit anderen Menschen und ALLEM WAS IST zu verbinden, im Moment zu leben und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft und doch verbunden damit zu sein …

 

Die Zeit ist reif, diese Werte in jedem einzelnen Menschen, egal ob Mann oder Frau – neu zu verankern und uns zu erinnern, dass sie schon immer ein Teil von uns waren. Wenn wir in uns selbst, diese weiblichen Aspekte dem Männlichen Prinzip zur Seite stellen, dann können wir das neue Gleichgewicht auch auf die Welt übertragen.

 

Inaqiawa beschreibt in ihrem Roman, welcher in der nahen Zukunft von ca. 50 Jahren spielt, was geschehen wird, wenn wir uns wieder mit dem Weiblichen Prinzip verbinden. Die Geschichte führt uns in eine Zeit, in der das Gleichgewicht wiederhergestellt ist. Merlina, ein junges Mädchen bereitet sich auf einen Vortrag vor, den sie zum 50. Jahrestag der Erneuerung halten möchte und der einen Rückblick auf die Zeit davor, sowie die Zeit des Übergangs geben soll. Wir dürfen Merlina begleiten, in ihre Welt, ihr Leben und dabei sein, wenn sie Gespräche führt mit ihrer geliebten Großmutter und anderen Veteranen, die die Zeit vor der Erneuerung noch selbst erlebt haben. Die Beschreibungen, die die Menschen von der Vergangenheit machen, werden vielleicht auch Ihnen völlig absurd anmuten, man begreift es kaum, wie so ein Wahnsinn, so ein Unsinn möglich war – doch genau das, ist unsere jetzige Realität.

 

Wem also bisher noch nicht aufgefallen ist, dass hier etwas nicht stimmt auf unserem Planeten, der kann es nach dieser Lektüre nicht mehr leugnen.

 

Achtung! Warnung!

Die Selbstschutz-Taktik „Augen zu und durch, es lässt sich ja nichts ändern” kann durch das Lesen dieses Buches einen irreparablen Defekt bekommen. Lesen auf eigene Gefahr! Der Verlag und die Autorin übernehmen keine Haftung.